Eine gerechte und fürsorgende Energiedemokratie skalieren?


von Marius Koepchen: Mehr Information

Workshop: Kurzinput und angeleitete Diskussion

  • Sprache: Deutsch
  • Dauer: 45 - 60min
  • In Präsenz

Um was geht´s?

Wie lässt sich ein Energiesystem demokratisch organisieren, das Millionen Menschen versorgt und gleichzeitig soziale sowie ökologische Verantwortung übernimmt? Diese Frage steht im Zentrum aktueller Debatten um die Vergesellschaftung von Energieinfrastruktur in Nordrhein Westphalen (NRW). Der Vortrag stellt den Diskurs rund um die Initiative „RWE & Co enteignen“ in Nordrhein-Westfalen dar. Die Initiative strebt an, große Teile der Energieinfrastruktur in NRW in gesellschaftliches Eigentum zu überführen und demokratisch zu verwalten (Vergesellschaftung). Ausgehend von einer feministischen Care-Perspektive analysiert der Vortrag, wie Aktivist*innen Energieversorgung nicht primär als Ware, sondern als gesellschaftliche Aufgabe der Bedürfnisfürsorge verstehen.

Methodisch basiert die zugrundeliegende Forschung auf kritischer Diskursanalyse und Aktionsforschung innerhalb einer Arbeitsgruppe von „RWE & Co enteignen“, die an einem Gesetzentwurf zur Vergesellschaftung der Energieinfrastruktur arbeitet. Die Analyse rekonstruiert, wie Vorstellungen von Demokratie, Gerechtigkeit und Fürsorge in konkrete Modelle von direkt demokratischen Entscheidungsstrukturen für ein großräumiges Energiesystem übersetzt werden.

Die Diskussion wird die Fragen stellen:

  • Wie können wir unsere auf herrschaftskritische und radikal solidarische Art und Weise die Organisation unserer Energiefürsorge neu verhandeln?
  • Wie können gesellschaftlich marginalisierte Menschen (lokal und entlang globaler Lieferketten), die Interessen zukünftiger Generationen und der nicht-menschlichen Natur berücksichtigt werden

Zielsetzung des Beitrags

Neue Perspektiven auf Vergesellschaftung und die Skalierung von direkter Demokratie diskutieren.