Care als Praxis radikaler Solidarität: Wirtschaft neu denken
von Cornelia Stefan: Mehr Information
Format
- Sprache: Deutsch / Englisch möglich
- Dauer: 20min
- In Präsenz
Um was geht´s?
Der Beitrag geht von der These aus, dass Care nicht als randständiger Gegenbegriff zur Wirtschaft, sondern als konstitutive Dimension eines erneuerten Wirtschaftsverständnisses begriffen werden muss, wenn wir gerechte und zukunftsfähige Gesellschaften gestalten wollen. Care bezeichnet in diesem Zusammenhang eine soziale Praxis radikaler Solidarität, die von der unhintergehbaren Interdependenz menschlichen Lebens ausgeht. Eine ernstgemeinte Integration von Care in ökonomische Zusammenhänge bedeutet, Fragen der Sorge sowie unterbezahlte, feminisierte und entpolitisierte Bereiche ins Zentrum ökonomischer Aufmerksamkeit zu holen und in Organisationen, Institutionen und wirtschaftliche Entscheidungsprozesse einzuschreiben und zu einem Teil gelebter Alltagskultur zu machen. Wirtschaftsprozesse sind kein neutraler oder abgeschotteter Funktionsraum, sondern gestaltbare Bereiche gesellschaftlich-demokratischer Aushandlung. Eine care-zentrierte Ausrichtung irritiert dominierenden Maßstäbe von Effizienz, Produktivität und Autonomie und leitet Wirtschaft dorthin, wo sie die materiellen, sozialen und zeitlichen Bedingungen eines guten Lebens ermöglicht statt sie systematisch zu untergraben.
Zielsetzung des Beitrags
Mehr Bewusstsein für die Zentralität von Wirtschaftsfragen/Wirtschaftsdenken auf unsere Gesellschaft, wenn es darum geht, wie wir sie solidarischer gestalten wollen.