Konflikte in sozialen Bewegungen - Zu Möglichkeiten der Handhabung und Gestaltung
von Thomas Lehnen: Mehr Information
Input + Workshop
- Sprache: Deutsch (auch Englisch möglich)
- Dauer: 1.5h
- In Präsenz
Um was geht´s?
Solidarität entsteht im Handlungsvollzug. Solidaritäten beruhen auf Bezügen zwischen Menschen, Gruppen, mit Personen in und zu Strukturen, sowie in Verbundenheit, zu je eigenen Vorstellungen, Werten, Zielen, Bedürfnissen. Solidaritäten können in ein komplexes Geflecht aus sozialen Beziehungen eingebunden sein, mehrschichtig bis undurchsichtig. Mit unterschiedlichen Positionierungen, Lebensprägungen und Erfahrungen, die uns im Sein, Denken und Handeln beeinflussen. Dabei kann es Konfiktlagen kommen, die vorhandende Solidaritäten berühren, betreffen, erschweren oder auch mal ganz verhindern.
Wie radikal kann sich unter diesen Voraussetzungen Solidarität bilden und äußern, wenn sie mit anderen Solidaritäten im Konflikt steht? Wie lassen sich Solidaritäten im Konflikt erkennen, benennen, moderieren oder verhandeln? Welche Methoden, welches Wissen über Intersektionalität, welche kommunikativen Fähigkeiten braucht es, damit gegenseitiges Verständnis möglich wird, und gewaltvolle Situationen und leidvolle Zustände nicht (unnötig) reproduziert werden? Wie sieht eine konstruktive Konflikttransformation aus, die unterschiedliche Solidaritäten auch bei Unvereinbarkeit berücksichtigt, und alle Beteiligten in Verfahren und anliegende Prozesse integriert? Gerade auch im Hinblick der übergeordneten Konstellation des (Über-)Lebens auf einem Planeten in Zeiten der permanenten Poly-Krisen, und der Zunahme von gewaltvollen Konflikten in und zwischen Gesellschaften weltweit.
In diesem Workshop gebe ich zu Beginn einen Einblick in meine aktuelle Forschungsarbeit zum Thema "Intersektional informierte und präfigurativ angelegte Konfliktgestaltung in sozialen Bewegungen", stelle die ein oder andere Methode vor, und gehe dann mit den Teilnehmenden in einen kooperativen Arbeitsmodus über, wo wir konkret Ansätze der Konflitkgestaltung besprechen, diese üben, anwenden und reflektieren. Meine Erfahrungen aus der Arbeit als Konfliktmediator, meine Beschäftigung mit Präfiguration und philosophische Überlegungen zum Zustand der Welt bringe ich dabei auch gerne mit ein.