„Tomorrow happens“. Solidarisierung gegen Militarisierung, Zerstörungslust und Krieg
von Irmtraud Voglmayr: Mehr Information
(Impuls-)Vortrag mit Diskussion
- Sprache: Deutsch
- Dauer: 20min
- In Präsenz
Um was geht´s?
Militarisierung - Zerstörungslust - Solidarität
Wir beobachten gegenwärtig massive gesellschaftliche Transformationsprozesse, wie das Militärische das Zivile zunehmend dominiert, indem Prozesse der Militarisierung – implizit/explizit, wohldosiert/radikal – in gesellschaftlich relevante Felder wie Bildung, Forschung, öffentlicher Diskurs eindringen, mit dem Ziel letztlich alle Sozialbeziehungen für den Aufbau einer nationalstaatlichen Resilienz zu umfassen. Der Militarismus als Ideologie beinhaltet bestimmte Überzeugungen hinsichtlich Verteidigung, Krieg, Gewaltanwendung, Opferbereitschaft, Männlichkeit, Weiblichkeit und Kriegführung, die als »natürlich« und darum als unverzichtbar empfunden werden (Thomas/Virchow 2015). In dieses militärische Denken passt sich eine zuletzt großangelegte „Attraktivitätsoffensive“ des Österreichischen Bundesheeres für Soldat*innen ein, die mit einem eigenen Frauenförderprogramm im Rahmen von Gleichstellungspolitik und Gleichbehandlung in den Medien und im öffentlichen Raum geworben hat. Mittlerweile geht der Blick über Karriereoptionen hinaus und richtet sich auf eine angedachte Wehrpflicht für Frauen * im Sinne von „Wehrgerechtigkeit“ (Voglmayr 2025).
Diskussion: Wie können wir uns von militarisierter Herrschaft befreien?
Ausgangspunkt ist ein gewaltsames kapitalistisches System, das nicht nur unendliches Wachstum produziert, sondern auch als eine zerstörerische Produktionsweise gesehen werden muss (Redecker 2025). Diese führt wiederum zu einem zerstörerischen Weltverhältnis, das durch neoliberale Härte, Konkurrenz, kollektive Unsicherheit Militarisierung und nicht zuletzt Kriege hervorbringt. Angesichts dieser Weltlage entwickeln viele von uns Emotionen wie Wut, Empörung, Ohnmachtsgefühle, Frustration und wir müssen uns daher fragen, wie wir diese Gefühlslagen politisch produktiv umsetzen und in ein solidarisches Handeln übersetzen können. Hipfl (2024) spricht in diesem Zusammenhang von affektiven Solidaritäten, die sich nicht länger auf (feministische) Identitäten beziehen, sondern auf unterschiedliche Akteur*innen setzen, die Leid und Gewalterfahrungen mit (nicht-) betroffenen Personen teilen und zu gemeinsamen Aktionen aufrufen. Wenn wir uns eine große antimilitaristische Bewegung wünschen, dann sollten wir „solidarische Räume“ herstellen, in die sich Menschen unterschiedlicher Herkünfte, Wissen und Erfahrungen jenseits von Identitätslogiken einbringen können.
Zielsetzung des Beitrags
Wie können wir uns gegen die militarisierte Herrschaft wehren? Welche solidarischenRäume können wir herstellen, welche Formen von Gegen-Öffentlichkeiten entwickeln gegen die impliziten/expliziten Prozesse der Militarisierung in der Gesellschaft.